• Training

    Hinter einer klugen Kampfkunst muss auch ein kluges Ausbildungskonzept stecken. Die Vermittlung der Wing-Tzun Grundlagen, Ihrer Funktionen und der daraus resultierenden Wirkungsweise auf unseren Körper und unseren Geist, sowie die physikalischen Aspekte des menschlichen Körpers, der Gelenke, des Körpergewichts, die Rotationen und Schwerpunktverlagerungen, die Beschleunigung und gleichzeitige Koordination aller Gliedmaßen uvm. , sind Bestandteile eines praxisbezogenen Ausbildungsplan. Sie ermöglichen es die gesamte Ausbildung in einem angemessenen Zeitraum zu erreichen und ebenso auch erfolgreich abzuschließen. Unser Ziel ist es jeden Betreibenden die Chance zu geben alle faszinierenden Aspekte dieser Kampfkunst vorbehaltlos zu erlernen und zu einem späteren Zeitpunkt auch an die nächste Generation zu verbreiten.



      Wing-Tzun traditionelle Formen
    1.Form  Siu-Nim-Tau "Kleine Idee Form" - Grundtechniken
    2.Form  Chum-Kiu "suchende Arme" - Verteidigungstechniken
    3.Form  Biu-Tze "stechende Finger" - Angrifftstechniken

    Diese 3 Formen beinhalten alle Wing-Tzun Techniken und bilden somit das Fundament des Konzepts des Wing-Tzun. Jede Form besteht aus 8 Sätzen. Formen dienen zum Üben der Bewegungsabläufe und zur Entwicklung der Körperschulung, Kräftigung der Körperpartien, Dehnung der Sehnen und Muskeln, Koordination von Armen und Beinen, sowie der kontrollierten Atmung während der Ausübung. Die Wing-Tzun Formen lassen sich zu jederzeit trainieren und sind eine ideale Möglichkeit positive Aspekte wie Atmung, Dehnung, Spannung, Ruhe, Konzentration, Selbstbewusstsein mit zu entwickeln.

    Wing-Tzun Beinform und Schrittform
    Beinform  8 Sätze Beintechniken, Tritte, Kontrolle, Hebel, Wendung
    Schrittform  8 Sätze Schrittechniken

    Diese Formen sind zusätzliche Enwicklungen des Wing-Tzun Rahmenprogramms und werden nur in unserer Schule unterrichtet. Insbesondere wird dabei die Weiterführung klassischer Wing-Tzun Konzepte in den Vordergrund gestellt und darüber hinaus entwickelt der Wing-Tzun betreibende ein enormes Potential an Körpergefühl und Beweglichkeit. Darüber hinaus vervielfacht sich der Nutzen und die Effektitvät im Kampf.

    Wing-Tzun Schrittarbeit und Balancegefühl
    Ein wichtiger Aspekt des Wing-Tzun Konzepts besteht in der optimalen Verbindung von stabilem Körpereinsatz bei gleichzeitiger ausgewogener Balance. Wir benötigen die Balance um unseren inneren Schwerpunkt in einer festen und dynamischen Position zu halten, damit unsere Energie direkt vom Boden in die Vorwärtsbewegung wie eine Sprungfeder übertragen werden kann. Die Schrittarbeit unterstützt durch das Wenden, Ausweichen oder Vorgehen unsere Richtung und verschafft uns eine optimale Richtung auf das Ziel. Diese Fähigkeit von Bewegung und Balance sieht ebenso vor ein Höchstmaß an Wirkung zu erreichen um die auf uns zukommende Kraft nicht nur aufzunehmen, sondern auch wieder auf den Angreifer umzulenken zu können. Die Schrittarbeit ist sozusagen das Fahrwerk unseres Körpers, dadurch verändern wir zu jederzeit unsere Richtung und unsere Geschwindigkeit, um sowohl uns von der kraft des Angriffs zu befreien, oder aber durch unseren eigenen Angriff den Gegner zu überraschen.

    Wing-Tzun Koordination der Arme und Beine
    Es gibt 4 Aspekte im Wing-Tzun : links und rechts / oben und unten. Mehr Bereiche unterscheiden wir im Wing-Tzun nicht. Die ausgeklügelte und gleichzeitig so einfache Struktur der Bewegungen ermöglicht es eine perfekt koordinierte Form des Angriffs zu entwickeln, die in ihrer Beschaffenheit gleichzeitig auch die Abwehr darstellt und darüber hinaus den Raum zwischen uns und dem Angreifer optimal schützt. Koordination bedeutet auch die Steuerung von Bewegungsabläufen, die sowohl Arm/Arm oder auch Arm/Bein bzw. Bein/Arm Reihenfolge beinhalten kann. Die Gewöhnung an diese Muster ermöglicht es im Ernstfall intuitiv auf ein Ereignis (Kontakt) so schnell und präzise zu reagieren, dass die Gegenmaßnahmen des Angreifers entweder zu spät vollzogen werden oder aber nicht koordiniert sind und somit unsere Verteidigung erfolgreich abgeschlossen werden kann und das in nur wenigen Sekunden.


    Wing-Tzun Chi-Sau und Chi-Gerk
    Dahn-Chi  Vorübung "einarmiges Chi-Sau"
    Poon-Sau  Vorübung "drehende Arme"
    Chi-Sau  Gefühlstraining Arme "zweiarmiges Chi-Sau"
    Chi-Gerk  Gefühlstraining Beine "einbeiniges Chi-Gerk "
    Sektionen  12 Sektionen der sogenannten "2 Mann Form"

    Die Seele des Wing-Tzun. Chi Sau ("klebende Arme") und Chi Gerk ("klebende Beine") sind fundamentale Säulen des Wing-Tzun. Die revolutionäre Idee des Wing-Tzun ist es Informationen über die Haut durch Kontakt mit dem Angreifer aufzunehmen und unterbewusst durch speziell antrainierte Reflexe zu beantworten. Reflexe sind die schnellsten Reaktionen, die der Mensch besitzt. Durch spezielle entwickelte Übungen der Arme (Chi-Sao) und Beine (Chi-Gerk) werden diese Reflexe systematisch entwickelt bis sie vom Unterbewusststein gespeichert werden, d.h. vorhandene Reaktionen gehen nie wieder verloren und schützt jeden Wing-Tzun Betreibenden ein Leben lang. Darüber hinaus wird das eigene Handeln, d.h. die Abwehr und Angriffsbewegungen systematisch optimiert und so vom Unterbewusstsein immer der Situation angemessen gesteuert. Der Erfolg dieser Kampfkunst basiert auf das logische Verhalten während einer Stress-Situation und überläßt nichts dem Zufall.


    Wing-Tzun Distanzen und ihre Anwendungen
    Die Anwendungen für alle möglichen 5 Distanzen einer Auseinandersetzung (Beine, Arme, Knie/Ellbogen, Körper, Boden) sind wesentlicher Bestandteil des Trainings. Durch die Lern-Bausteine "Formen" + "Schrittarbeit" + "Chi Sau" wird beim Üben der Anwendungen darüber hinaus auch der sinngemäße Einsatz zu der jeweils passenden Distanz trainiert. Durch diese Erfahrungen im Training reagiert unser Nervensystem systematisch auf die jeweilige Entfernung und entscheidet sich unbewusst zum richtigen Zeitpunkt für die die richtige Maßnahme. Diese Fähigkeit ist auch als Timing, übersetzt "richtige Handlungsweise", bekannt und gibt uns die intuitive Fähigkeit unsere taktilen Reflexe unwiderruflich und automatisch zum richtigen Zeitpunkt einzusetzen.

    Wing-Tzun Anti-Bodenkampf
    Der Kampf am Boden ist besondere Konzellation. Trotz aller Bemühungen einen Kampf nicht am Boden führen zu müssen, so zeigt die Realität jedoch, daß der Bodenkampf oft unvermeidlich ist. Wing-Tzun trainiert nicht den Kampf, sondern die Vermeidung (Anti-Bodenkampf) und übt selbst in ausweglosen Situationen mit den durchdachten Prinzipien der Nachgiebigkeit einen Ausweg zu finden. Darüber hinaus vermittelt diese Übung ein tieferes Verständnis von der grundlegenden Auffassung der 4 Kraftsätze (befreie Dich von deiner eigenen Kraft, befreie dich von der Kraft des Gegners usw.) und vermittelt den enormen Vorteil der flexiblen Gelenkkraft im Zusammenspiel mit der Gleichzeitigkeit.

    Wing-Tzun Holzpuppe "Mok Yan Chong" 116 Techniken
    Das Training an der Holzpuppe fördert die Koordination des Trainierenden, sein Gleichgewichtsgefühl, sein Gefühl für Distanzen und die Winkelstruktur. Die Holzpuppe ist ein Trainingsgerät, das nicht erst nach dem Beenden der dritten Form eingesetzt werden kann. Viele Techniken der ersten Form (Siu Nim Tao) lassen sich bereits an der Holzpuppe trainieren und helfen dem Schüler, seine Winkel und Positionen zu korrigieren und zu verbessern. Die Holzpuppe zeigt hier bereits ihren Nutzen. Sie hilft dem Trainierenden, Bewegungen zu erlernen und durch stetiges Training seine Techniken zu verbessern und richtig auszuführen. Dies dürfte der Grund dafür sein, dass die ersten 60 Bewegungen der Holzpuppenform aus der Siu Nim Tao und Cham Kiu, also aus der ersten und zweiten Form, stammen. Die Wing Tzun Holzpuppe ist somit eine wichtige Trainingshilfe einer Wing Tzun Schule, von der alle Praktizierenden, egal welcher Trainingsstufe, profitieren können.